Hermann Pünder - Patriot und Europäer

Dienstag, 30.01.2018
18:00 Uhr Vortrag im Casino


Während der Weimarer Republik war Hermann Pünder Staatssekretär der Reichskanzlei unter verschiedenen Kanzlern. Politisch unbelastet, fungierte er nach dem Zweiten Weltkrieg 1945 bis 1948 als Kölner Oberbürgermeister. Anschließend leistete Pünder in dem von den Alliierten besetzten Deutschland als Oberpräsident der Bizone und später der Trizone, aus der die Bundesrepublik Deutschland hervorging, einen bedeutenden Beitrag zur Wiedererrichtung des parlamentarisch-demokratischen Rechtsstaats. Damit fiel ihm gleichsam eine Brückenfunktion bei der Überwindung des Abgrunds zwischen der ersten und der zweiten deutschen Republik zu.
Dr. Hermann Pünders enge Verbindung zur Stadt Münstereifel, in der er 1906 am St. Michael-Gymnasium Abitur machte, blieb sein Leben lang bestehen. Er übernahm 1957 den Vorsitz des Vereins Alter Münstereifeler, des Ehemaligenvereins der Münstereifeler Gymnasien, der neben der Kontaktpflege der Abiturienten, seine Ziele in der Bildungsarbeit und Erforschung der Stadt sieht. Ab 1961 war Pünder Ehrenvorsitzender dieses Vereins. Die Erneuerung des jüdischen Friedhofs in Münstereifel geht auf ihn zurück.
Dr. Hildegard Wehrmann veröffentlichte im Jahr 2012 ihre Dissertation zum Leben und zur politischen Arbeit Hermann Pünders.
Referentin: Dr. Hildegard Wehrmann
Eintritt frei



Samstag, 6. Januar 2018 • Kategorie: Termine

„Die Klabers – Geschichte einer jüdischen Familie aus dem Rheinland“

Dienstag, 28.11.2017,18:00 Uhr
Vortrag und Führung durch die Ausstellung im Kreishaus, Jülicher Ring 32


In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts ließen sich die Klabers in Zülpich nieder. Zwei Ge-nerationen später waren die Mitglieder von Moses Klabers großer Familie in verschiedenen Leitberufen des Landjudentums etabliert. Im Kaiserreich waren sie nunmehr rechtlich gleich-gestellt. Als überzeugte deutsche Bürger dienten sie als Soldaten im Ersten Weltkrieg. Einige erlangten bescheidenen Wohlstand bevor sie unter der NS-Herrschaft ihrer bürgerlichen Rechte beraubt, ausgegrenzt und verfolgt wurden. Die meisten Mitglieder der Familie Klaber wurden deportiert und ermordet, nur wenige überlebten.
Margot Epstein, geboren und aufgewachsen in Bonn, hat bei ihrer Flucht 1939 nach Großbritannien und weiter in die USA viele persönliche Fotos der Familie retten können. Die Ausstel-lung der Gedenkstätte für Bonner Opfer des Nationalsozialismus erzählt anhand dieser Fotos und persönlicher Dokumente die Geschichte der Klabers in der Eifel, im Rheinland und in der ganzen Welt.
Vortrag und Führung durch die Ausstellung: Astrid Mehmel, Leiterin der Gedenkstätte für die Bonner Opfer des Nationalsozialismus



Sonntag, 12. November 2017 • Kategorie: Termine

„Archäologie unter dem Acker: Landschaftsarchäologische Untersuchungen im Vor-feld des Prime Site-Gewerbegebietes bei Euskirchen-Großbüllesheim“

Dienstag, 07.11.2017, 18:00 Uhr
Vortag im Casino

 Das Land Nordrhein-Westfalen entwickelt im Osten des Stadtgebietes von Euskirchen und dem anschließenden Weilerswist ein 205 ha großes Gewerbegebiet als Vorrangfläche für flächenintensive Großinvestoren. Im Vorfeld gilt es, das bis vor kurzem archäologisch weit-gehend unerforschte Gelände bei Großbüllesheim mit verschiedenen Methoden zu untersu-chen. Anhand von Luftbildern, Oberflächenfunden und geophysikalischen Prospektionsmeto-den waren bereits verschiedene vorgeschichtliche und römische Fundplätze bekannt. Zwi-schen November 2012 und Mai 2017 führte die Außenstelle Nideggen des LVR-Amtes für Bodendenkmalpflege im Rheinland sechs Flächengrabungen in Bereichen der durch die Prospektionen ermittelten Fundplätze durch. Parallel dazu legte die archäologische Fachfirma TROLL ARCHÄOLOGIE GBR Troll Archäologie GbR, Weilerswist, zwischen April 2013 und Februar 2015 systematische Geländeschnitte von zusammen 11,9 km Länge zur Klärung des weiteren archäologischen Potenzials des zukünftigen Gewerbegebietes an. Die Profile von zwei dieser Geländeschnitten wurden auf 2,7 km annähernd durchgehend im Sinne einer bodenkundlich-landschaftsarchäologischen Aufnahme dokumentiert.
Die bisherigen Ergebnisse der verschiedenen Untersuchungsmethoden sollen im Rahmen des Vortrags präsentiert werden. Die Funde von einstigen Siedlungsplätzen und aus Gräbern erstrecken sich von der Mittleren über die Jüngere Steinzeit bis zur Metallzeit und weiter bis zum Ende der Römerzeit. Nach einer Wiederbewaldung im Frühmittelalter setzte ab dem Hochmittelalter eine intensive landwirtschaftliche Nutzung ein, die bis heute die Landschaft prägt.
Referentinnen: Petra Tutlies und Dr. Ulrike Müssemeier



Donnerstag, 19. Oktober 2017 • Kategorie: Termine