„Das Strafarbeitslager in Sedan - ein KZ im Ersten Weltkrieg?“

Dienstag, 09.10.2018
18:00 Uhr Vortrag im Casino
   Zitadelle in Sedan 1915

Mit dem Jahrhundertgedenken an den Ersten Weltkrieg sind alte Schuldfragen neu gestellt und diskutiert worden. Die deutsche Besatzungspolitik 1914 bis 1918 in Frankreich mit ihren Repressalien, der Zwangsarbeit und Ausbeutung ist im deutschen Gedenken weitgehend verdrängt oder vergessen. Der nationalsozialistische Terror und der Zweite Weltkrieg bestimmten die historische Auseinandersetzung. Das Straflager in der Zitadelle von Sedan steht für eines der düstersten Kapitel der Jahre 1917-1918. Es haftet bis heute im kollektiven Gedächtnis der Ardenner Bevölkerung und wird gleichgesetzt mit einem Ort des Schreckens. Die Quellenlage ließ es bisher nicht zu, mehr Klarheit zwischen Fakten und Legenden zu bringen. Die Überlieferung ist von französischen und belgischen Zeitzeugen bestimmt. Nun können erstmals neue Dokumente aus dem Bundesarchiv herangezogen werden. Die deutschen Justizakten der Leipziger Kriegsverbrecherprozesse ermöglichen eine Antwort auf die Frage, ob das Sammellager des Strafgefangenen-Arbeiter-Bataillons Nr.2 ein KZ oder gar Vernichtungslager war.

Referent: Dr. Reinhold Weitz
Eintritt frei



Samstag, 29. September 2018 • Kategorie: Termine

Geschichte im Kreis Euskirchen Bd. 31

Karin Trieschnigg: Dr. Johannes Moeden (1592 – 1663). Heiratsschwindler – Bürgermeister – Hexenjäger. Zur Karriere eines Juristen im 17. Jahrhundert, Weilerswist 2018


Buchvorstellung im historischen Ratssaal in Bad Münstereifel

(von links nach nach: Karin Trieschnigg, Bürgermeisterin Sabine Preiser-Marian, Dr. Gabriele Rünger)

Foto: Marita Hochgürtel

Während des 16. und 17. Jahrhunderts wurden vor den weltlichen Gerichten des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation Tausende Hexereiverfahren geführt. Die moderne Hexenforschung hat sich intensiv mit den Verfolgungsstrukturen, den beteiligten Personen, insbesondere mit den Opfern beschäftigt. In der Nordeifel, in den Herrschaften und Städten des Erzbistums Köln und im Herzogtum Westfalen engagierten sich so genannte „Hexenkommissare“ in den Prozessen. Bislang fehlt es an Biographien, die deren Tätigkeit nicht nur vor Gericht, sondern ihre Ausbildung, ihr soziales Profil, ihre familiären wie beruflichen Netzwerke untersuchen. Für den Juristen Dr. Johannes Moeden, einen der berüchtigsten „Hexenkommissare“, wird diese Forschungslücke mit dem vorliegenden Buch geschlossen.

Die Autorin Karin Trieschnigg hat während zwanzig Jahren eine akribische Spurensuche in den Archiven betrieben, um die Biographie Moedens erstellen zu können. Aus vielen Puzzleteilchen konnte sie das Leben und das Itinerar Moedens rekonstruieren. Plastisch sichtbar wird nun ein Jurist, der seinen Weg machte vom sich fromm gebenden Jesuitenschüler in Koblenz über eine Studienzeit in Würzburg bis zu einem geachteten Ratsherrn und Bürgermeister in Münstereifel und schlussendlich als Assessor am Koblenzer Hofgericht. Sein Engagement als „Hexenkommissar“, das mehr als 300 Menschen den Feuertod brachte, hat seinem bürgerlichen Aufstieg nicht im Wege gestanden.
Neben diesem geradlinig erscheinenden Karriereweg enthüllt Karin Trieschnigg die zweite, weniger achtbare Seite des Johannes Moeden als Heiratsschwindler wie auch als Bankrotteur, der aus Münstereifel fliehen musste. Damit liegt erstmals die ausführliche Biografie eines Juristen aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges vor, zu dessen alltäglichem Geschäft auch die Hexenjagd gehört hat.

ISBN:978-3-994566-85-6
Preis: 15,- €

https://eifeler-presse-agentur.de/2018/09/heiratsschwindler-buergermeister-hexenjaeger/#more-60381



Mittwoch, 19. September 2018 • Kategorie: Aktuelles

„Karl Marx und Trier“

Samstag, 29.09.2018

Abfahrt: 8:30 Uhr ab Bahnhof Euskirchen, 8:45 Uhr ab Kreishaus
Rückkehr ca. 19:00 Uhr

Seit dem 5. Mai 2018 feiert die Stadt Trier den 200. Geburtstag ihres berühmtesten Sohnes, Karl Marx. Erstmals überhaupt widmet sich dort eine kulturhistorische Ausstellung seinen bedeutenden Werken und dem vielfältigen Wirken des politischen Denkers in seiner Zeit. Das Rheinische Landesmuseum beleuchtet unter dem Titel „Leben. Werk und Zeit“ den Philosophen und sein Jahrhundert. Auf rund 1.000 m² Ausstellungsfläche wird der intellektuelle wie politische Werdegang von Marx nachgezeichnet. Prägend für den Philosophen und späteren Ökonomen ist das 19. Jahrhundert mit seinen wirtschaftlichen und sozialen Umbrüchen: Freiheits- und Demokratiebestrebungen wie auch Industrialisierung und Urbanisierung sind Kennzeichen dieser bewegten und spannungsreichen Zeit, deren Zeitzeuge und Interpret Marx war. Ein geführter 90-minütiger Rundgang durch die Ausstellung zeigt, was an den Ideen des herausragenden Analytikers seiner Zeit bis heute aktuell ist.
Nach einer Mittagspause in der Trierer Innenstadt trifft die Gruppe sich wieder am Marktbrunnen um 14:30 Uhr. Von dort geht es am Jenny-von-Westphalen-Wohnhaus vorbei zum Karl-Marx-Geburtshaus, dessen Ausstellung gemeinsam ohne Führung besucht wird. Um 16:00 Uhr führt der Weg Richtung Porta Nigra zur neuen Karl-Marx-Statue.

Leitung: Hans-Gerd Dick
Kosten: 45,- €
Karten für die Fahrt sind ab dem 29. August in der Buchhandlung Rotgeri erhältlich.
Begrenzte Teilnehmerzahl bis 25 Personen.



Sonntag, 16. September 2018 • Kategorie: Termine